Leuchtturmprojekte ausgezeichnet

FRONTRUNNER VON HEUTE
Der 2018 erstmals ausgeschriebene Award ging an drei kooperative Innovationen aus Wirtschaft und Wissenschaft. Am 8. Dezember 2018 konnten die Preisträger aus Baden-Württemberg und Thüringen die Auszeichnungen für besonders zukunftsorientierte Projekte vor knapp 300 geladenen Gästen entgegennehmen.
Die eingereichten Innovationen waren sehr beeindruckend: Sie bewegten sich auf hohem Niveau und zeugten von äußerst fruchtbaren und vielfältigen Partnerschaften aus Wissenschaft & Wirtschaft. All diese Akteure gehören definitiv zu jenen Visionären, deren Schaffenskraft für den Fortschritt Deutschlands steht. Sie gestalten unsere Zukunft positiv und schreiten mutig voran.

Die Gewinner

Die Gewinner

1. PREIS
DEZENTRALE CHEMISCHE REAKTORTECHNOLOGIE IM CONTAINERFORMAT

Strahlende Gewinner: INERATEC schrumpfte das chemische Verfahren zur Herstellung von CO2-neutralen Kohlenwasserstoffen (z. B. Kerosin, Benzin, Diesel oder Wachse) auf ein flexibles Containerformat.

V.l.n.r.: Hans-Jörg Vetter (Jurymitglied), Dr. Paolo Piermartini (INERATEC GmbH), Prof. Dr.-Ing. Peter Pfeifer (Innovationspartner KIT), Dr. Tim Böltken (INERATEC), Dr. h. c. Gerhard Schröder, Dr.-Ing. E. h. Martin Herrenknecht (beide Jurymitglieder), Baden-Württembergs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer sowie Günther H. Oettinger (Jurymitglied). Foto: Wolfgang List

INERATEC

2. PREIS
NANO AR – BIOMIMETISCHE NANOSTRUKTUREN FÜR HOCHLEISTUNGSOPTIKEN

Dr. Daniela Späth-Zöllner, Jurymitglied und Tochter von Lothar Späth, freut sich als Laudatorin mit den Zweitplatzierten. Sie nahmen sich die Augen nachtaktiver Insekten zum Vorbild, um nicht reflektierende Nanostrukturen für Hochleistungsoptiken zu erzeugen.

Im Bild: Dr. Klaus Weishaupt, Dr. Zhaolu Diao (Nanopta GmbH), Prof. Dr. Robert Brunner (Ernst-Abbe-Hochschule Jena), Prof. Dr. Joachim Spatz (Max-Planck-Institut Heidelberg). Foto: Wolfgang List

nanoAR

3. PREIS
HOCHENERGETISCHER ULTRAKURZPULSLASER DER NÄCHSTEN GENERATION 

Die Active Fiber Systems GmbH aus Jena wurde für die Entwicklung der nächsten Generation von Ultrakurzpulslasern ausgezeichnet.

V.l.n.r.: Laudator Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Präsident des KIT), Dr. Tino Eidam (Active Fiber Systems GmbH), Prof. Dr. Andreas Tünnermann (Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik als Vertreter der Innovationspartner). Foto: Wolfgang List

Active Fiber Systems GmbH

Innovationen und Innovatoren

  • 1. Preis: Dezentrale chemische Reaktortechnologie im Containerformat

    DAS TEAM

    • INERATEC GmbH, Karlsruhe, mit den Geschäftsführern Dr.-Ing. Tim Böltken, Philipp Engelkamp und Dr.-Ing. Paolo Piermartini sowie dem Projektleiter Johannes Laubersheimer


    INNOVATIONSPARTNER

    • Karlsruher Institut für Technologie, Prof. Dr.-Ing. Peter Pfeifer, Leiter chemische Energiespeicherung am Institut für Mikroverfahrenstechnik

     

    DIE IDEE: CO2 UND ANDERE ABGASE ZU TREIBSTOFF MACHEN
    Die INERATEC GmbH beschäftigt sich mit Planung, Bau, Inbetriebnahme und Service von chemischen Kompaktanlagen. Die Innovationspartner schrumpften das Verfahren, das ansonsten in riesigen Chemieparks umgesetzt wird, auf das Maß eines Standard-Schiffscontainers. Diese Module können dezentral genutzt werden und eröffnen vielfältige Potentiale gerade auch im Hinblick auf die weltweiten Klimaziele.
    Als Ausgangsstoffe dienen klimaschädliches CO2 aus Abgasen oder aus der Umgebungsluft, Biogas und andere methanhaltige Gase. Viele der Stoffe fallen – teils in kleinen Mengen – als Abfallprodukte an und bleiben bisher ungenutzt, etwa auf Mülldeponien oder als Erdölbegleitgase. Mit den INERATEC-Anlagen werden beispielsweise CO2 und aus Wasser erzeugter Wasserstoff in synthetische Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Das können Kerosin, Benzin, Diesel oder auch Wachse sein.

    DEZENTRAL FÜR BESSEREN KLIMASCHUTZ
    Die Kompakt-Reaktoren können nicht nur dezentral installiert werden, sondern auch dort, wo erneuerbare elektrische Energie wegen mangelnder Nachfrage oder mangelnder Transport- und Speicherkapazität nicht zu allen Zeiten in vollem Umfang genutzt werden kann.

    www.ineratec.de

  • 2. Preis: nanoAR – Biomimetische Nanostrukturen für Hochleistungsoptiken

    DAS TEAM

    • Nanopta GmbH, Lonsee, Dr. Klaus Weishaupt (Geschäftsführender Gesellschafter), Dr. Zhaolu Diao (Technischer Direktor)


    INNOVATIONSPARTNER

    • Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Prof. Dr. Robert Brunner
    • Max-Planck-Institut für medizinische Forschung Heidelberg, Prof. Dr. Joachim Spatz

     

    DIE IDEE: DER NATUR NACHEMPFUNDEN
    Der Nachtfalter macht es vor: Die Augen nachtaktiver Insekten sind so beschaffen, dass sie einfallendes Licht praktisch nicht reflektieren. Die Nanopta GmbH hat sich diese Oberflächenstruktur zum Vorbild genommen und ein Verfahren entwickelt, um eine derartige Struktur zu erzeugen und einfach sowie günstig auf optische Materialien zu übertragen.
    Mit der nanoAR-Technologie werden winzige Strukturen von wenigen Nanometern auf Oberflächen aufgebracht und entspiegeln dadurch optische Bauteile wie Linsen und Prismen. Die besonderen Vorteile dieser Antireflexionsbeschichtungen gegenüber konventionellen Dünnschichtbeschichtungen sind eine sehr hohe optische Qualität mit extrem geringer Reflexion, einer außerordentlich hohen Lichtdurchlässigkeit (Transmission) und einer äußerst geringen Winkelabhängigkeit der Reflexion. Zudem werden ein sehr breitbandiger Wirkungsbereich sowie die Anwendbarkeit auf stark gekrümmten Flächen erreicht.

    NANOTECHNOLOGIE MIT VIELFÄLTIGEN OPTIKANWENDUNGEN
    Die Vorteile der nanoAR-Technologie sind in verschiedenartigen Anwendungsbereichen von essentieller Bedeutung. Sie kommen beispielsweise zum Einsatz für Lasersysteme, die als Werkzeuge in der Produktion eingesetzt werden, für medizinische Diagnose- und Therapieinstrumente, für optische Sensoren in Fahrassistenzsystemen und Displays im Consumer-Bereich oder für hoch qualitative Fotosysteme.

    www.nanopta.com

  • 3. Preis: Hochenergetischer Ultrakurzpulslaser der nächsten Generation

    DAS TEAM

    • Active Fiber Systems GmbH, Jena, Bettina Limpert (CEO), Dr. Tino Eidam (CTO)


    INNOVATIONSPARTNER

    • Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    • Helmholtz-Institut Jena
    • Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Prof. Dr. Andreas Tünnermann

     

    DIE IDEE: PHYSIKALISCHE UND TECHNOLOGISCHE GRENZEN DURCHBROCHEN
    Laser haben sich als unersetzliches Werkzeug beispielsweise in der Wissenschaft und in der modernen Produktion etabliert. Die Innovation der Active Fiber Systems GmbH schafft einen entscheidenden Fortschritt in der Klasse der Ultrakurzpulslaser. Sie nehmen eine besondere Rolle in der Lasertechnologie ein, da sie die Untersuchung und Erzeugung kleinster Strukturen ermöglichen und damit neuartige funktionale Werkstoffe bis hin zu bahnbrechenden Erkenntnissen in der Grundlagenforschung erlauben. Zuletzt geriet jedoch die Performanceentwicklung herkömmlicher ultrakurzgepulster Laser ins Stocken, da physikalische und technologische Grenzen erreicht wurden.

    DURCHBRUCH FÜR DAS UNTERSUCHEN UND ERZEUGEN KLEINSTER STRUKTUREN
    Der Active Fiber Systems GmbH gelang ein Durchbruch in Kooperation mit den Jenaer Forschungsinstituten durch die Entwicklung des kohärenten Kombinierens ultrakurzer Laserpulse. Dies erlaubt Laserpulse mit zuvor unerreichbaren Leistungswerten zu erzeugen und damit eine Vielzahl von Anwendungen zu revolutionieren. Anwendungsbereiche sind beispielsweise die industrielle Laser Materialbearbeitung, die Grundlagenforschung zur Licht-Materie-Wechselwirkung oder auch die Krebstherapie.

    www.activefibersystems.com

Die Preisverleihung

IMPRESSIONEN DER PREISVERLEIHUNG AM 8. DEZEMBER 2018 IM WEIßEN SAAL DES NEUEN SCHLOSSES IN STUTTGART.

(Fotos: Wolfgang List)